Bei Sinusitis gut beraten
Wenn sich Krankheitserreger in der nass-kalten Jahreszeit in den Atemwegen festsetzen, sind zumeist auch die Nasennebenhöhlen betroffen. Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase und Fieber plagen die Patienten. Hilfe bieten bewährte Mittel aus der Apotheke. Dabei gilt es vor allem die Entzündung einzudämmen und den Sekretstau zu beseitigen.
Die Sinusitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen. Sie entwickelt sich in aller Regel in Folge eines Schnupfens: Die Nasenschleimhaut schwillt an und infolgedessen verschließen sich die feinen Verbindungskanälchen zwischen Nasenhöhle und Nebenhöhlen (Ostien).
Unter diesen Bedingungen kann das Sekret aus den Nasennebenhöhlen nicht mehr in die Nase abfließen. So steigt dort der Druck. Egal, ob die Stirnhöhlen, die Kieferhöhlen im Wangenbereich oder die Siebbeinhöhlen zwischen Auge und Nase besonders betroffen sind: Immer gilt ein solches Druckgefühl als sicheres Kennzeichen einer Sinusitis.
Vor allem beim Bücken, Schnäuzen oder Husten macht es sich durch einen dumpfen, klopfenden Schmerz in den betroffenen Nebenhöhlen – meist in Kiefer- oder Stirnbereich – bemerkbar. Weitere Symptome sind ein gelbgrünliches Sekret, eine behinderte (einseitige) Nasenatmung und ein eingeschränktes Riechvermögen. Zudem können die Patienten über Ohrenschmerzen, Fieber und Erschöpfung klagen.
Schleimfördernde Keime
Weit über 80 Prozent der Sinusitispatienten leiden zeitgleich unter einer Erkältung. Jährlich sind allein in Deutschland davon mehr als 6,5 Millionen Menschen betroffen. Zu ihren Erregern gehören vor allem Corona-, Adeno- und Influenzaviren. Aber auch Bakterien wie Pneumokokken, Hämophilus influenzae oder Streptokokken haben ein leichtes Spiel, wenn sich die engen Verbindungen zwischen Nasenhöhle und Nebenhöhlen durch eine virale Infektion zunehmend verschließen.
Für die bakteriellen Erreger bietet die dann anwachsende Menge an schleimigem Sekret optimale Lebensbedingungen. So kommt es, dass sie sich rasch vermehren und sich in den entzündeten Höhlen immer mehr eitriges Sekret bildet.
Doch nicht nur Viren und Bakterien können für einen verstopften Abfluss sorgen, auch Allergien oder mechanische Hindernisse wie Verkrümmungen der Nasenscheidewand, Fremdkörper oder Nasenpolypen kommen als Auslöser einer Sinusitis infrage.
Chronisch oder akut?
Der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht, wenn ein Schnupfen bereits länger als zehn Tage andauert. Den betroffenen Patienten sollte unbedingt geraten werden, einen Arzt aufzusuchen, denn Antibiotika sind dann das Mittel der Wahl.
Dr. Gudrun Heyn
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 03/2010 auf Seite 36 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
