Cellulite braucht Geduld
Gegen Orangenhaut gibt es keine Wunderwaffen. Doch mit Ausdauer, den richtigen Dermokosmetika, Sport und einer gesunden Ernährung ist es möglich, auch den ungeliebten Dellen in den Problemzonen ein besseres Aussehen abzuringen. Ehrlichkeit in der Beratung ist jedoch das A und O, um das Vertrauen der Kundinnen nicht zu verlieren und sie langfristig zu binden.
Cellulite ist keine Krankheit. Dennoch leiden Frauen unter den Vorwölbungen und Dellen, die sich besonders gern an Oberschenkeln, Bauch und Po sowie den Oberarmen zeigen. Mit der Frühjahrsmode, spätestens aber im Bikini lassen sie sich nicht mehr vor den Blicken der Mitmenschen verstecken. Bei einer netzartig eingezogenen Hautstruktur heißen sie Matratzenphänomen, bei eher trichterförmigen Einziehungen werden sie mit dem „liebevollen“ Titel Orangenhaut bedacht.
Weibliche Anatomie
Die eigentliche Ursache der ungeliebten Dellen liegt im natürlichen Aufbau des weiblichen Bindegewebes. Bei Mann und Frau befindet es sich unter der schützenden Oberhaut (Epidermis) in der Lederhaut (Dermis), wo es mithilfe kräftiger Kollagenfaserbündel und stark wasserbindender Hyaluronsäure der Haut Halt und Elastizität verleiht.
Während Männer über Bindegewebsfasern verfügen, die netzartig miteinander verwoben sind, liegen die Bindegewebszüge der Frau parallel nebeneinander und sind teilweise sogar unterbrochen. Diese anatomische Besonderheit macht das Unterhautfettgewebe der Frauen wesentlich elastischer und sorgt für die notwendige Dehnbarkeit während einer Schwangerschaft.
In Vorbereitung auf die Gravidität werden unter dem Einfluss weiblicher Hormone zudem große kammerartige Fettdepots angelegt. Im Gegensatz zu den Fettansammlungen bei den Männern können sie sich bei den Frauen zwischen die einzelnen Bindegewebsstränge schieben. So werden sie auch an der Hautoberfläche sichtbar.
Zusammenspiel von Fettzellen und Bindegewebe
Gefördert wird die Cellulite durch eine mit dem Alter nachlassende Kollagen- und Hyaluronsäureproduktion der Bindegewebszellen. Stützender Halt durch die abdeckende, nur fünf Millimeter dicke Dermis ist dann kaum noch zu erwarten.
Dr. Gudrun Heyn
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 03/2010 auf Seite 44 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
