Apothekenkooperationen: Gemeinsam stark
Seit dem ersten Zusammenschluss von Apotheken zu einer Einkaufsgemeinschaft hat sich viel getan; unterschiedliche Kooperationskonzepte erobern nach und nach den Markt. Welche Formen der Kooperation es gibt, wer was bietet und zu welchem Preis, und welche Vorteile Apotheken von einer Mitgliedschaft haben – das lesen Sie in unserem Beitrag.
Einzelkämpfer zu sein, ist eine große Herausforderung. Neben dem Kerngeschäft müssen in einer Individualapotheke noch viele andere Aufgaben bewerkstelligt werden: vom Einkauf über die Buchhaltung bis hin zum Marketing. Geteiltes Leid ist halbes Leid – daher liegt der Gedanke, sich einer Apothekenkooperation anzuschließen, oftmals nicht fern.
Drum prüfe, wer sich bindet
Laut dem Apotheken Management Institut, Oestrich-Winkel, sind derzeit 55 Kooperationen mit rund 14 000 Mitgliedern zu verzeichnen. Dabei gibt es kleine Zusammenschlüsse mit weniger als 100 Apotheken, die häufig regional arbeiten, wie zum Beispiel die a.novum GmbH – ein Zusammenschluss von 60 Apothekerinnen und Apothekern aus Berlin und Brandenburg – sowie Verbünde mit mehr als 1000 Teilnehmern, die bundesweit auftreten.
Mit 3300 Mitgliedern ist der Marketingverein Deutscher Apotheker e.V. (MVDA) derzeit der größte Marktpartner. Zudem unterscheiden sich die Kooperationen als Franchiseangebote, Marketingkooperationen und Einkaufs-(Großhandels)gemeinschaften. Darüber hinaus existieren Fachkooperationen.
Definition Franchise
Rechtlich ist Franchise eine Kombination aus Lizenz-, Kooperations- und Liefervertrag. Der Franchisegeber bietet dem Franchisenehmer ein betriebswirtschaftliches Gesamtkonzept, die Nutzung einer gemeinsamen Marke und des Corporate Designs (Auftritt des Unternehmens), gemeinsames Marketing und zumeist auch gemeinschaftlichen Material- und Wareneinkauf. Beispiele sind Avie, Easy Apotheke oder DocMorris.
Definition Marketingkooperation
Hier arbeiten mehrere Apotheken im Bereich Marketing zusammen und bündeln ihr Know-how und ihre Kompetenzen, um entsprechende Marktpotenziale auszuschöpfen und Kosten zu sparen. Ebenfalls sollen die Marke und das damit verbundene Image durch gemeinsame Kommunikationsmaßnahmen aufgebaut bzw. gestärkt werden.
Häufig werden die Marketingmaßnahmen von einer zentralen Stelle koordiniert, also einem Apothekenkooperationsanbieter. Durch die Kooperation soll eine Win-win-Situation entstehen, mit klarem Nutzen für die Partner und die Endkunden. Beispiele sind Gesund ist bunt (Parmapharm), Guten Tag® Apotheken oder Pharma Union (Pharmatechnik).
Alexandra Schramm
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 05/2010 auf Seite 30 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
