Sportverletzungen: Kicker leben gefährlich
Die Fußballweltmeisterschaft steht kurz vor der Tür. Nicht nur Profis bereiten sich intensiv auf die Spiele vor, auch Amateure sind im Fußballfieber und treten begeistert den Ball. Der populäre Volkssport gehört in Deutschland allerdings zu den Spitzenreitern bei Sportunfällen, und viele Kicker suchen Hilfe in der Apotheke, wenn es zu Verletzungen gekommen ist.
Die Gefahr einer Verletzung beim Fußballspielen ist besonders für den Freizeitsportler groß. Nicht nur Zweikämpfe und Fouls, auch mangelndes Aufwärmen, ungenügende körperliche Fitness, falsche Technik oder eine unzureichende Ausrüstung führen zu zahlreichen Malheuren.
Viele Verletzungen hängen zudem mit den besonderen Bewegungsabläufen bei dem Ballsport zusammen: Plötzliche Stopps, kurzfristige Spitzenbelastungen, zahlreiche Drehbewegungen und schnelle Richtungswechsel führen am häufigsten zu Verletzungen der unteren Extremitäten.
Dort werden vor allem die Knie- und Sprunggelenke sowie die Muskeln von Ober- und Unterschenkel in Mitleidenschaft gezogen. Dabei sind die meisten Verletzungsarten Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen. Typische Fußballerprobleme sind auch der Kreuzbandriss oder die Sprunggelenkfraktur. Kopfballduelle können zu Platzwunden, Gehirnerschütterungen oder Frakturen führen, wobei Nasen- und Jochbeinbrüche am zahlreichsten in den Unfallstatistiken zu verzeichnen sind.
Beschädigte Muskeln, Bänder und Gelenke
Eine der häufigsten Verletzungen auf dem Feld ist die Prellung (Kontusion). Sie entsteht zum Beispiel, wenn durch einen Auf- oder Zusammenprall weiches Gewebe wie das des Muskels gedrückt wird – etwa bei einem Sturz nach einem Foul oder beim Zusammenstoß von Spielern während eines Zweikampfes. Dadurch werden im Gewebe an dieser Stelle Lymph- und Blutgefäße beschädigt, wodurch Lymphflüssigkeit und Blut ins umliegende Gewebe gelangen. Sichtbare Folgen sind Schwellungen und Blutergüsse, die sehr schmerzhaft sein können.
Oft kommt es bei Fußballern auch zu Zerrungen (Distension): Besonders die Muskulatur der Oberschenkelrückseite ist von dieser Überdehnung betroffen. Sportler zerren sich zumeist bei heftigen, ruckartigen Bewegungen zu Spielbeginn, wenn sie sich nicht richtig aufgewärmt haben. Zerrungen machen sich durch einen plötzlichen, stechenden Schmerz bemerkbar, der immer dann wieder auftritt, wenn der Muskel erneut mobilisiert wird.
Sie können sich zum Muskelfaserriss ausweiten, der durch ein Zerreißen des Muskelgewebes gekennzeichnet ist. Äußerlich zeigt sich dieser unmittelbar nach der Verletzung in einer sicht- und tastbaren Delle im Muskel. Meist schwillt der betroffene Bereich allerdings innerhalb der folgenden 24 Stunden an. An der Verletzungsstelle entsteht ein Bluterguss.
Gode Meyer-Chlond
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2010 auf Seite 22 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
