Minoxidil: Dem Haarausfall begegnen
Der anlagebedingte Haarausfall ist bei Männern und Frauen ein weit verbreitetes Problem. Dem Schwinden der Haarpracht kann mit einer wissenschaftlich gut dokumentierten, äußerlich aufzutragenden Minoxidil-Lösung entgegengewirkt werden. Eine ausführliche Beratung in der Apotheke trägt dazu bei, Therapieabbrüche zu vermeiden und eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten.
Bei beiden Geschlechtern ist eine erbliche Veranlagung für die auch androgenetische Alopezie genannte Form des Haarausfalls verantwortlich. Frei übersetzt bedeutet das „Haarausfall durch männliche Hormone“.
Die Haarfollikel in einem bestimmten Kopfhautbereich sind empfindlicher gegenüber einem Abbauprodukt von Testosteron: dem Dihydrotestosteron, welches durch das Enzym 5-α-Reduktase aus dem männlichen Geschlechtshormon entsteht. Dieser Metabolit bewirkt eine zunehmende Schrumpfung von Kopfhaarfollikeln, die den Verlust des Haupthaares einleitet.
Unterschiedliches Haarlichtungsmuster
Das klinische Bild des anlagebedingten Haarausfalls unterscheidet sich bei Männern und Frauen. Während beim männlichen Geschlecht die Bildung von Geheimratsecken und der Ausfall der Haare im oberen Hinterkopfbereich charakteristisch sind, lichtet sich bei der Frau die Haarpracht im Scheitelbereich, so dass ihr Scheitel zunehmend breiter wird.
Kahle Stellen oder gar einen kompletten Haarverlust gibt es bei Frauen praktisch nicht. Dagegen können Männer ihre Haare komplett verlieren und eine Glatze bekommen: Bei einigen bleibt allerdings am unteren Hinterkopfbereich ein Haarkranz bestehen.
Einsatz von Minoxidil
Es wird eine Vielzahl an Produkten gegen Haarausfall angeboten. Im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD), die kürzlich in Berlin stattfand, wurde eine Stellungnahme zur Behandlung der androgenetischen Alopezie verabschiedet. Sie ist das Ergebnis eines interdisziplinären Konsensfindungsprozesses, an dem im Auftrag des Vorstandes der GD Experten aus den Bereichen Dermatologie, Gynäkologie und Pharmazie beteiligt waren.
Federführender Autor war Professor Dr. Hans Wolff von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (s. a. www.gd-online.de). Im Bereich der Selbstmedikation hat die topische Minoxidil-Lösung eine besondere Bedeutung. Ihre kapillarerweiternde Wirkung verbessert die Mikrozirkulation an der Haarwurzel: Die haarbildende Zelle wird mehr als zuvor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Dadurch wird vorhandenes Haar gestärkt und das Wachstum neuer Haare angeregt. Das Arzneimittel stabilisiert den Verlauf des anlagebedingten Haarausfalls und kann dem Fortschreiten des Haarverlustes entgegenwirken. Es steht als Regaine® für Männer in fünf- und für Frauen in zweiprozentiger Konzentration für die äußerliche Applikation zur Verfügung.
Gode Meyer-Chlond
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2010 auf Seite 28 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
