Reiseapotheke – Ungetrübte Urlaubsfreuden

Die schönsten Tage des Jahres rücken näher: Wer träumt nicht jetzt schon von seinem Urlaub? Damit dieser voll ausgekostet werden kann, ist eine gute Vorbereitung – abgestimmt auf das Reiseziel – wichtig. Hier können PTA mit direkt auf die Situation ihres Kunden zugeschnittenen Informationen und Tipps punkten. Darüber hinaus gibt es einiges, was in keiner Reiseapotheke fehlen sollte.

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So vielfältig wie die verschieden Reiseziele sind auch die Risiken, die ein Urlaub in nahen und fernen Ländern und Regionen mit sich bringen kann. Zusätzlich beeinflusst auch der Reisestil die Wahrscheinlichkeit, mit der bestimmte Erkrankungen auftreten. Daher kann dieser Artikel nur einen Überblick geben. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem auf den Internetseiten des Düsseldorfer CRM – Centrum für Reisemedizin (www.crm.de), das auch reisemedizinische Fortbildungen für PTA und Apotheker anbietet.

Impfkontrolle ist wichtig
Ein kurzer, unachtsamer Moment auf den glitschigen Steinen der malerischen Mittelmeerküste, und schon blutet das Knie – dieses Beispiel verdeutlicht, wie schnell es zu einer Bagatellverletzung im Urlaub kommen kann. Ist der allgemein empfohlene Impfschutz komplett (Tetanus, Pertussis, Polio, Masern, Diphterie), muss sich der Urlauber in diesem Fall keine Gedanken über eine mögliche Tetanusinfektion machen, und die Suche nach einem Arzt entfällt. Je nach Urlaubsziel sind aber noch weitere Impfungen sinnvoll, zum Beispiel gegen die durch Viren verursachte Gelbsucht (Hepatitis).

Virusinfektionen der Leber
Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Druckschmerzen im rechten Oberbauch können erste Zeichen für eine Gelbsucht sein. Wird einige Tage später der Urin dunkel, der Stuhl hell und kommt es zur Gelbfärbung der Haut, ist diese Diagnose mehr als wahrscheinlich. Bis die Symptome auftreten, können bei Hepatitis A zwei bis sechs Wochen vergehen, bei Hepatitis B sogar bis zu sechs Monate. Eine Impfung schützt zuverlässig gegen die in seltenen Fällen bleibende Schäden hinterlassende Hepatitis A und die in etwa zehn Prozent aller Fälle chronisch verlaufende Hepatitis B (Merkmale: Leberzirrhose, -versagen oder -krebs).

Die Immunisierung gegenüber Hepatitis-B-Viren schützt gleichzeitig vor der sehr häufig in einer chronischen und leberzerstörenden Form mündenden Hepatitis D. Denn das unvollständige D-Virus benötigt zu seiner Vermehrung das B-Virus. Zwei weitere Formen, gegen die eine Impfung nicht möglich ist, können die Leber schädigen: Hepatitis C verläuft meist symptomlos, kann aber in manchen Fällen unbemerkt in eine chronische, die Leber dauerhaft schädigende Form übergehend.

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Bei Hepatitis E treten etwa vier Wochen nach der Infektion die typischen Symptome einer Gelbsucht auf. Sie hat oft einen relativ milden Verlauf. Eine Ausnahme sind Schwangere: Hier zeigen Untersuchungen, dass bis zu 25 Prozent der mit dem Hepatitis-E-Virus infizierten schwangeren Frauen versterben. Warum, ist nicht geklärt.

Schutz durch Impfung
Gegen Hepatitis A und B kann mit Monoimpfstoffen (z. B. A: Havrix® 1440, B: Engerix®-B) immunisiert werden oder mit einem Kombinationsimpfstoff (Twinrix™). Der Schutz nach vollständiger Grundimmunisierung hält nach derzeitigen Erkenntnissen mindestens zehn Jahre für beide Formen der Gelbsucht an, eventuell auch länger.

Die Hepatitis-A-Impfung erfolgt mit zwei Impfdosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Bereits etwa 14 Tage nach der ersten Dosis ist die geimpfte Person geschützt. Das heißt, auch kurz vor Urlaubsantritt kann eine Impfung noch sinnvoll sein. Aber erst die letzte Impfung sorgt für den Langzeitschutz. Die Grundimmunisierung gegen Hepatitis B erfolgt in drei Schritten.

Nach etwa zwei bis vier Wochen besteht ein erster Impfschutz. Dieser reicht jedoch noch nicht aus, weshalb eine zweite Impfung im Abstand von etwa vier Wochen durchgeführt werden sollte. Die dritte Impfdosis komplettiert etwa sechs Monate später die Grundimmunisierung. Das gleiche Schema gilt für den Kombinationsimpfstoff. Steht die Reise kurz bevor, kann ausnahmsweise nach dem Impfschema „0 – 7 – 21 (Tage) – 12 (Monate)“ bzw. „0 – 1 – 2 – 12 Monate (monovalenter Hepatitis-B-Impfstoff)“ geimpft werden.

Kirsten Grashoff

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2010 auf Seite 10 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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