Alternative Heilmethoden
Es ist ein Trend der Zeit, bei der Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten nach Wegen außerhalb der Schulmedizin zu suchen: Alternative Heilmethoden wie beispielsweise die Homöopathie, die Therapie mit Nosoden oder die Biochemie sind bei vielen Patienten sehr beliebt. Im Juli und im August stellen wir Ihnen die wichtigsten Verfahren vor.
Samuel Hahnemann, Leopold Emanuel Felke oder Heinrich Reckeweg und Wilhelm Heinrich Schüßler sind nur Namen einiger Männern, die sich auf dem Gebiet der alternativen Heilverfahren einen großen Namen erworben haben. Sie interpretierten die Welt und ihre Krankheiten jeweils auf eine sehr individuelle Art und Weise und schufen so Therapien und Arzneimittel, die bis heute – meist mit Erfolg – angewendet werden.
Homöopathie: klassische Einzelmittel
Im Jahr 1796 berichtete Samuel Hahnemann in „Hufeland’s Journal“ über seinen Selbstversuch mit einer höheren Dosis Chinarinde, die bei ihm die gleichen Symptome hervorrief wie ein Malariaanfall, den er Jahre zuvor in Siebenbürgen erlitten hatte.
Hahnemann schloss aus dieser Erfahrung, dass „Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden könne“ („similia similibus curentur“) und nannte diese Art der Therapie „Homöopathie“. Sein Therapiekonzept stand im Widerspruch zu der damals üblichen Auffassung der „Humoralpathologie“, die ihren Krankheitsbegriff aus einer Störung der Säfte („Dyskrasie“) herleitete und mit teilweise drastischen therapeutischen Maßnahmen (z. B. häufige Aderlässe, Einläufe) deren Gleichgewicht („Eukrasie“) wiederherzustellen versuchte.
Hahnemanns Krankheitsbegriff leitete sich vom „Biodynamismus“ her, wobei Krankheit als eine Verstimmung der Lebenskraft aufgefasst wird, die zu bestimmten Leiden und deren Symptomen führt. Der Hahnemannsche Dynamismus lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die „Dynamis“ (Lebenskraft, Lebensprinzip) regelt im gesunden Zustand alle Lebensverrichtungen. Ist der dynamische Einfluss gestört, wird die Lebenskraft verstimmt: Der Mensch erkrankt.
Die homöopathische Lehre geht nun davon aus, dass Arzneisubstanzen in ihrem Inneren die verborgene Kraft besitzen, beim Menschen Befindungsänderungen hervorzurufen. Sind diese am gesunden Menschen durch ein bestimmtes Arzneimittel bewirkten Veränderungen den Krankheitssymptomen möglichst ähnlich, so wird die verstimmte „Dynamis“ durch eben dieses spezifische Arzneimittel (in potenzierter Form) wieder zur normalen Tätigkeit veranlasst: Der Mensch gesundet.
Dr. Oliver Ploss
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 07/2010 auf Seite 28 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
