Expertenroundtable: Topische Schmerzbehandlung mit Ibuprofen
Im Mai 2010 diskutierten namhafte Mediziner und Pharmazeuten aus Wissenschaft und Praxis die Frage, welche Chancen die örtliche Behandlung mit nicht steroidalen Antirheumatika, also die topische NSAR-Therapie, hat. Im Fokus stand dabei unter anderem der Einfluss der Galenik auf die Wirksamkeit von Topika. Fazit: Mit Ibuprofen als Mikrogel wird die topische Schmerzbehandlung präzise, schnell und verträglich.
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Bei der Behandlung von Sport- und Unfallverletzungen, wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen sowie Schwellungen beziehungsweise Entzündungen der gelenknahen Weichteile mit Topika, geht es um eine punktgenaue und schnelle Wirkung mit einem verträglichen Präparat.
Prof. Dr. Reiner Gradinger, Direktor für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar in München, bestätigt: „Vor Ort wirken mit möglichst geringen systemischen Nebenwirkungen – das ist nach Möglichkeit immer der erste Schritt.“ Diese Voraussetzung erfüllt zum Beispiel das Präparat doc® Ibuprofen Schmerzgel.
Prof. Christel Müller-Goymann, Leiterin des Instituts für Pharmazeutische Technologie der TU Braunschweig über die Formulierung als Mikrogel: „Die Zubereitung ist in der Lage, den Wirkstoff ab dem Zeitpunkt der Applikation durch die obersten toten Hautschichten hindurchtreten und dann entsprechend einer linearen Kinetik weiter ansteigen zu lassen. Bei anderen halbfesten Formulierungen gibt es zunächst eine Phase von einer Stunde oder auch mehreren Stunden, wo gar nichts passiert.“
Kolloide Strukturen in Nanometerdimension
Was genau ist das Besondere an diesem Mikrogel? Müller-Goymann erläutert: „Strukturgebend beim Mikrogel sind Polymere mit tensidischen Eigenschaften. Diese amphiphilen Substanzen haben eine polare und eine apolare Gruppierung und assoziieren im einfachsten Fall zu kolloiden Assoziaten, den Mizellen.“
So liegt beim neuen Ibuprofen Schmerzgel der Wirkstoff in einer speziellen Mikrostruktur im unteren Nanobereich vollständig gelöst vor. Durch die Verwendung des Hilfsstoffs Dimethylisosorbid (DMI) ist Ibuprofen vollständig in der Trägersubstanz gelöst, was die Penetration verstärkt und eine komplette Aufnahme des Wirkstoffs zur Folge hat.
Quelle: Experten-Roundtable: „Chancen in der topischen NSAR-Therapie“, Hermes Arzneimittel, Mai 2010, Großhesselohe
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 09/2010 auf Seite 28 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
