Saisonales Obst und Gemüse: Der Herbst tischt auf
Jetzt wird’s bunt auf unseren Märkten! Orangefarbene Kürbisse, rotbackige Äpfel, goldgelbe Birnen und Kohl von weiß bis rot sind nicht nur für die Augen ein Genuss. Ihre Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem und machen fit für nasskalte Herbsttage sowie den kommenden Winter. Aus der neuen Ernte lassen sich jede Menge schmackhafter Gerichte zubereiten, die den Gaumen verwöhnen.
Während die Birne (Pyrus communis L.) stets die hinteren Ränge in der Verbrauchsstatistik belegt, ist der Apfel (Malus domestica BORKH) Deutschlands beliebteste Obstart. Dabei sind die süßen und saftig-schmelzenden Birnen für kleine Kinder sowie magen- und darmempfindliche Menschen häufig besser verträglich, da sie weniger Säuren enthalten als Äpfel.
Mit rund 55 Kilokalorien pro 100 Gramm zählen Äpfel und Birnen zu den energiearmen Lebensmitteln. Äpfel enthalten doppelt soviel Vitamin C wie Birnen, wobei der Gehalt je nach Sorte, Anbaugebiet und Klimabedingungen deutlich schwanken kann. Generell empfehlenswert ist es, die Schale mitzuessen. Denn auf ihr und direkt darunter befinden sich die meisten Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.
Roh geriebene Äpfel werden als Rohapfeldiät oder Pektinkost bei bakteriell bedingten Durchfallerkrankungen eingesetzt. Verantwortlich für die lindernde Wirkung ist das in der Schale reichlich vorkommende Pektin, ein Ballaststoff, der im Dickdarm überschüssiges Wasser sowie von den Bakterien gebildete Giftstoffe (Toxine) bindet. Phenolsäuren des Apfels hemmen zusätzlich Wirkung und Wachstum der Krankheitserreger. Der hohe Kaliumgehalt trägt zum Ausgleich durchfallbedingter Kaliumverluste bei.
Kürbis – ein Allroundgenie
Das Fruchtfleisch der größten Beere der Welt eignet sich für herzhafte oder süß-saure Speisen, die Kerne zum Knabbern oder zur Ölherstellung. Schmecken Kürbisse bitter, sollten sie hingegen nicht gegessen werden. Der vor allem in Wild- und Zierkürbissen enthaltene Bitterstoff Cucurbitacin kann zu schweren Verdauungsproblemen führen.
Kürbisse sind mit durchschnittlich nur 24 Kilokalorien pro 100 Gramm ebenfalls energiearm. Sie haben einen hohen Gehalt an Betacarotin, Vitamin E und B6, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Positiv monografiert sind Kürbissamen (Cucurbitae peponis semen) von der Kommission E am früheren Bundesgesundheitsamt für die gutartige Prostatavergrößerung im Stadium I und II und für die nicht bakteriell bedingte Reizblase. Die positive Wirkung auf Prostatabeschwerden geht auf Beta-Sitosterol zurück, das besonders reichlich in den Samen des Arzneikürbis zu finden ist.
Beate Ebbers
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 09/2010 auf Seite 86 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
