Interaktionen: Grapefruit trifft CSE-Hemmer

Welche anderen Medikamente nehmen Sie? Diese Frage haben Sie sicher schon häufig während einer Beratung gestellt. Aber haben Sie Ihren Kunden schon einmal nach seinen Ernährungsgewohnheiten befragt? Auch Nahrungsmittel können in Wechselwirkung mit Arzneimitteln treten. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Interaktionen.

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Wird ein Wirkstoff oral aufgenommen, laufen verschiedene Stoffwechselprozesse ab, bevor er am eigentlichen Wirkort ankommt. So muss er beispielsweise zunächst im Magen oder Dünndarm aus der Darreichungsform freigesetzt werden.

Es folgt der Übertritt in die Blutbahn, die Verstoffwechselung in der Leber und die Verteilung im Organismus. Bei jedem Schritt kann die Verfügbarkeit des Wirkstoffs und damit auch seine Wirksamkeit durch Nahrungsbestandteile beeinflusst werden. Denn auch diese durchlaufen die gleichen Stoffwechselwege.

Bei einigen Arzneimitteln kann dies schwerwiegende Auswirkungen haben. Hier müssen die Aufnahme des Lebensmittels und des Medikaments aufeinander abgestimmt werden. In der Apotheke sollte das pharmazeutische Personal die wichtigsten Interaktionen kennen, um entsprechend zu beraten.

Antibiotika
Tetracycline wie Doxycyclin oder Minocyclin bilden mit Calciumionen, aber auch mit Eisen-, Zink-, Magnesium- und Aluminiumionen schwer lösliche Komplexe. Dies kann die Wirkung des Antibiotikums vermindern.

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Die bekanntesten Calciumlieferanten sind Milch und Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer. Aber auch einige Gemüsesorten enthalten viel Calcium, zum Beispiel Grünkohl. Tetracycline sollten mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden zu den genannten Nahrungsmitteln eingenommen werden.

Auch von Gyrasehemmern (z. B. Ciprofloxacin, Moxifloxacin) ist die Komplexbildung mit Calciumionen bekannt. Hier ist ebenfalls eine zeitversetzte Einnahme sinnvoll. Komplexbildungen mit Eisen-, Zink-, Magnesium- und Aluminiumionen spielen bei beiden Antibiotikagruppen vorrangig in Kombination mit Supplementen und Antazida eine Rolle.

Eine zunehmende Bedeutung wird der Wechselwirkung von Gyrasehemmern mit Coffein zugeschrieben. Die Substanzen behindern den Abbau des Coffeins, wodurch sich dessen Konzentration im Blut erhöht. Coffein kann die Bluthirnschranke ungehindert passieren und so im Zentralnervensystem wirken. Folgen sind Nervosität und Schlafstörungen.

Die geeignete Einnahmeflüssigkeit für diese Antibiotikagruppe ist daher, wie für fast alle Arzneimittel, Leitungswasser. Auf Kaffee, Colagetränke und coffeinhaltige Energydrinks sollte verzichtet werden.

Dorothea Esser

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 09/2010 auf Seite 24 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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