Klassische Substanzen aus dem OTC-Bereich: Dextrometorphan

Dextromethorphan hat das Apothekenteam oft in den Händen. Der antitussiv wirkende Arzneistoff ist in mehreren Produkten zur Selbstmedikation enthalten, die zudem während der Erkältungszeit in den Medien häufig beworben werden.

Chemisch leitet sich Dextromethorphan vom Morphin bzw. dessen Derivat Morphinan ab. Bei der Suche nach neuen Analgetika wurde Morphinan um einen Ring verkürzt, womit das Analgetikum Levorphanol entwickelt worden war. Dessen rechtsdrehendes Spiegelbild hatte jedoch kaum analgetische Potenz, und nachdem man das 3-Methoxyderivat gebildet hatte, zeigte sich eine ganz andere Indikation: das neu entstandene Dextromethorphan wirkte antitussiv.

Wirkmechanismus

Die antitussive Wirkung von Dextromethorphan beruht auf einer Dämpfung des Hustenzentrums in der Medulla oblongata. Dabei bindet der Wirkstoff an hochaffine Bindungsstellen im zentralen Nervensystem, vermutlich an sigma-Opiatrezeptoren. In seiner Wirksamkeit Dextromethorphan ist vergleichbar mit Codein bei besserer Verträglichkeit und geringerem Abhängigkeitspotenzial.

Hannelore Gießen

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2007 auf Seite 44 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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