Anatomie und Physiologie: Ohr

Im Ohr ist der Hör- und Gleichgewichtssinn ansässig. Beide befinden sich im Innenohr. Dort werden Schallwellen und Lageänderungen des Kopfes registriert, in Nervenimpulse umgewandelt und zwecks Informationsverarbeitung an das Gehirn weitergeleitet.

© Anatomie und Physiologie; Springer Medizin 2010 / Christiane von Solodkoff

Hör- und Gleichgewichtsorgan gehören zu den verletzlichsten Körperstrukturen überhaupt. Deshalb liegen beide im Innenohr, das sich gut geschützt in der Felsenbeinpyramide des Schläfenbeins befindet. Zusammen mit dem Mittel- und Außenohr bildet das Innenohr ein hochkomplexes, paariges Organ.

Das Außenohr
Das mit den Augen sichtbare Außenohr ist bei jedem Menschen individuell geformt. Es besteht aus der knorpeligen Ohrmuschel (Auricula) und dem trichterförmigen, leicht S-förmig gebogenen äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus). Beide zusammen fungieren als „Schalltrichter“ für Schallwellen. Am unteren Teil der Ohrmuschel befindet sich das fleischige Ohrläppchen (Lobulus auricularis).

Trommelfell
Das Trommelfell (Membrana tympani) ist eine hauchdünne, bewegliche Membran (ca. 0,8 cm2), die die Grenze zwischen dem äußeren Ohr und dem Mittelohr bildet. Es hat zwei Funktionen: Es nimmt den von außen kommenden Schall auf und leitet diesen über seine Schwingungen an das Mittelohr weiter. Außerdem schützt das Trommelfell das äußerst empfindliche Mittelohr vor äußeren Einflüssen wie Keimen oder Gewalteinflüssen.

Mittelohr
Das Mittelohr liegt in einem mit Luft befüllten Hohlraum im Felsenbein: Der Hauptteil des Hohlraums wird als Paukenhöhle (Cavum tympani) bezeichnet. In der Paukenhöhle befindet sich eine Kette aus drei winzigen, beweglichen Gehörknöchelchen: Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes). Die drei Knöchelchen sind mit dem Trommelfell verwachsen. Von dort aus leiten sie eintreffende Schallwellen durch das ovale Fenster zum Innenohr weiter, wo das eigentliche Hörorgan lokalisiert ist.

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Innenohr
Im Innenohr sind die Sinnesrezeptoren für den Hör- und Gleichgewichtssinn lokalisiert: genau gesagt im knöchernen Labyrinth, einem komplizierten Hohlraumsystem im Felsenbein. Es besteht aus drei Abschnitten: dem Vorhof (Vestibulum), den Bogengängen und der Schnecke (Cochlea).

Im Vorhof und den drei Bogengängen ist das Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) lokalisiert. Es dient beispielsweise der räumlichen Orientierung und der Ausrichtung der Kopf- und Körperposition in Relation zur Schwerkraft.

Die Hörschnecke beherbergt das eigentliche Hörorgan (Corti-Organ). In diesem befinden sich Sinneszellen, die den ankommenden Schall in Nervenimpulse umwandeln, die über den Hörund Gleichgewichtsnerv (VIII. Hirnnerv, Nervus vestibulocochlearis) an das Gehirn weitergeleitet werden.

Dr. Ute Koch

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 11/2011 auf Seite 132 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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