Paliperidon - neu zur Behandlung der Schizophrenie
Etwa 800 000 Bundesbürger erkranken mindestens einmal im Leben an Schizophrenie. Meist bricht die Erkrankung zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr aus. Sie belastet die Betroffenen extrem. Die größten Probleme der Langzeittherapie sind hohe Rückfall und Abbruchquoten. Seit dem 28. Juni 2007 steht mit Paliperidon ein neues atypisches Antipsychotikum zur Verfügung.
Schizophrenie zählt zu den zehn Krankheiten mit der größten Anzahl an Lebensjahren, die durch die Behinderung verloren gehen. Etwa ein Viertel der Patienten wird – selbst bei einer optimalen Therapie – bereits in jungen Jahren erwerbsunfähig und ist auf Hilfe angewiesen. Stark belastet sind auch die Angehörigen. Das Kompetenznetz Schizophrenie (Bundesministerium für Bildung und Forschung, www.kompetenznetz-schizophrenie.de) schätzt, dass über 50 Prozent von ihnen selbst psychisch beeinträchtigt oder erkrankt sind. Etwa zehn bis 15 Prozent der Patienten begehen in den ersten zehn Jahren nach Ausbruch der Schizophrenie Selbstmord. Allein diese wenigen Zahlen zeigen, wie wichtig eine frühzeitig einsetzende und sachgemäße Therapie ist.
Wichtig: Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirns, mit konkreten und spezifischen Symptomen, die durch strukturelle und biochemische Veränderungen desselben hervorgerufen werden. Schizophrenie ist keine „Persönlichkeitsspaltung“.
Julia Pflegel
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 32 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
