Tetrabenazin - Hilfe bei motorischen Überbewegungen

In den 1950er-Jahren als antipsychotische Substanz entwickelt, stellte sich bald heraus, dass die Vorteile von Tetrabenazin im Bereich der Reduktion von Bewegungsstörungen liegen. Der Wirkstoff war bis vor kurzem nur über die internationale Apotheke zu beziehen. Seit Februar 2007 ist er unter dem Handelsnamen Nitoman® in Deutschland zugelassen.

Das Präparat mit dem Inhaltsstoff Tetrabenazin, ein synthetisches Derivat von Benzylchinolizin, ist zugelassen für die Behandlung motorischer Überbewegungen (hyperkinetische Bewegungsstörungen) bei Chorea Huntington. Darüber hinaus erhielt es die Zulassung für mittelschwere bis schwere Spätdyskinesien, die auf andere Maßnahmen (z. B. das Absetzen des Neuroleptikums) nicht angesprochen haben.

Spätdyskinesien können als Folge einer Behandlung mit bestimmten Neuroleptika oder der Therapie des Morbus Parkinson auftreten und sind unter anderem gekennzeichnet durch kauende, grimassierende Bewegungen im Mund-, Kiefer- und Zungenbereich. Neben diesen beiden Indikationen gibt es klinische Erfahrungen bei weiteren Erkrankungen wie beispielsweise dem Tourette-Syndrom oder Tics.

Kirsten Grashoff

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 33 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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