Klassische Substanzen aus dem OTC-Bereich: Hexetidin
Ein echter Klassiker unter den Arzneistoffen ist das Antiseptikum Hexetidin, das auf Grund seines breiten antimikrobiellen Spektrums zu Spülungen in Mund und Rachen sowie im Vaginalbereich angewandt wird.
Chemisch leitet sich Hexetidin von dem Nukleosid Pyrimidin ab. Es ist einerseits an den Stickstoffatomen mit mehreren Alkylgruppen substituiert und trägt andererseits neben einer Methyl- eine Aminogruppe, so dass das Molekül insgesamt einen amphiphilen Charakter aufweist.
Wirkmechanismus
Hexetidin wirkt als Antagonist von Vitamin B1 und blockiert damit wichtige Reaktionen des mikrobiellen Stoffwechsels. So wird der Glukoseabbau auf der Stufe der Brenztraubensäureoxidation gehemmt. Wird die Substanz in die lipidhaltige Zellmembran von Bakterien eingelagert, behindern die hydrophoben Seitenreste der Substanz zudem, dass die Bakterien Adenosintriphosphat (ATP) bilden und damit Energie gewinnen können. Über diese beiden Effekte – eine gestörte Glukoseverwertung sowie eine beeinträchtigte Energiegewinnung – werden Mikroorganismen am Wachsen und Vermehren gehindert. Daraus resultiert ein breites antibakterielles Spektrum gegen grampositive Bakterien sowie gegen Candida-Arten. Auch Problemkeime wie Pseudomonas aeruginosa und Proteusarten werden durch Hexetidin erfasst.
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 46 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
