Mit kühlem Kopf Herzproblemen vorbeugen
(kig) Wird wegen ungünstiger Cholesterinwerte mit Nikotinsäure behandelt, um so die HDL-Konzentration im Blutplasma zu erhöhen, besteht die Gefahr, dass der Patient einen hochroten Kopf bekommt. Hinzu kommen ein Wärmegefühl und Brennen; insgesamt sind die Symptome mit denen eines Sonnenbrands vergleichbar und verschwinden nach etwa eineinhalb Stunden wieder. Nun haben Max-Planck-Forscher die Ursache des „Flushing“-Effekts genannten Phänomens aufgeklärt.
Im Mausmodell konnten sie zeigen dass die erste Phase der Reaktion durch die Aktivierung von in der oberen Hautschicht lokalisierten Immunzellen, den Langerhans-Zellen, ausgelöst wird. Die zweite länger andauernde Phase beruht dagegen auf einer Aktivierung von Keratinozyten, den Hauptzellen der oberen Hautschicht.
In beiden Phasen werden durch die Aktivierung eines spezifischen Nikotinsäure-Rezeptors jeweils unterschiedliche Prostaglandine gebildet. Aus diesen Ergebnissen abgeleitet folgern die Wissenschaftler, dass sich durch Hemmung der Prostaglandin-Bildung oder durch Blockade der Prostaglandin-Rezeptoren in der Haut das Flushing-Phänomen unterbinden lässt.
Mehrere pharmazeutische Unternehmen hätten bereits mit der Entwicklung neuartiger „Flush-Hemmer“ begonnen. Diese, in Kombination mit Nikotinsäure verabreicht, könnten möglicherweise künftig die unangenehmen Nebenwirkungen unterdrücken und die Compliance der Patienten erhöhen, hoffen die Forscher.
11.08.10
Quelle: Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung