Koalition gibt grünes Licht für Cannabis-Arzneien
(kig) In Deutschland soll es künftig Cannabis-Arzneimittel auf Rezept geben. Wie die Ärzte Zeitung berichtet, haben sich die Koalitionsfraktionen Anfang der Woche grundsätzlich auf eine entsprechende Änderung des Betäubungsmittelrechts geeinigt. Die Details werden derzeit abgestimmt, letztendlich muss auch noch der Bundesrat zustimmen.
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Bis es soweit ist, gehört Cannabis weiterhin zu den nicht verkehrsfähigen BTM, die in Anlage I des BTM-Gesetzes aufgelistet sind.
Wird das BtM-Gesetz geändert, dürfen Cannabis-Medikamente künftig in Deutschland hergestellt und für eine Therapie verschrieben werden. Bislang müssen Betroffene häufig langwierig um die Nutzung von Cannabis-Arznei kämpfen.
Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin" dürfen derzeit bundesweit lediglich 40 Patienten derartige Medikamente aus der Apotheke beziehen. Als Medikament soll das aus Hanfblättern gewonnene Cannabis unter anderem auch die Symptome von Krebs und Multipler Sklerose abmildern.
Mit dem teilsynthetisch produzierten Cannabinoid Dronabinol (Delta-9-Tetrahydrocannabinol, THC), das aus natürlichen Cannabinoiden gewonnen wird, haben die Schmerztherapeuten bei verschiedenen Schmerzerkrankungen gute Erfahrungen gemacht.
Der wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoff des Cannabis-Extrakts darf – im Gegensatz zum natürlichen Extrakt der Hanfpflanze – auch schon heute unter den geltenden gesetzlichen Regelungen hergestellt und ärztlich verordnet werden.
18.08.10
Quelle: Ärzte Zeitung/Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie