DAV lehnt Kassen-Vorschlag ab

(run) Der aktuelle Vorschlag des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), bis zur Klärung des Zwangsrabatts ab Januar 2013 einen Wert von 1,90 Euro anzusetzen, ist beim Deutschen Apothekerverband (DAV) nicht auf Gegenliebe gestoßen. Er sei keine Antwort auf die Sachfragen und damit auch kein Ansatzpunkt für neue Gespräche, hieß es als Reaktion auf ein gestern bekannt gewordenes GKV-Schreiben.

(c) iStockphoto / Thinkstock

Der GKV-Spitzenverband verwies in einer Mitteilung darauf, man gehe davon aus, dass es in diesem Jahr nicht mehr zu einer Entscheidung kommen werde, da sich die Verhandlungen mit dem Deutschen Apothekerverband über die Höhe des gesetzlich vorgeschriebenen Großkundenrabatts für die gesetzliche Krankenversicherung äußerst schwierig gestalteten. Es bestehe nun die Gefahr, dass ab dem 1. Januar 2013 die Apotheken völlig unterschiedliche Abschläge abrechneten. „Das wiederum würde Abrechnungsprobleme und Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen“, so Pressesprecher Florian Lanz. Die Rechtsstreitereien, die zusätzliche Bürokratie durch verschiedene Abschläge und die Unsicherheiten wolle man vermeiden. Zuvor hatten etwa der Vorsitzende des Hamburger Apothekervereins und des NARZ, Dr. Jörn Graue, sowie einzelne Apotheker verkündet, die Rechenzentren anzuweisen, ab Januar bis zur Einigung nur noch einen Kassenabschlag von 1,75 Euro zu gewähren. Auch der DAV prüfte diese Vorgehensweise.

Der Verschlag des GKV-Spitzenverbands sieht daher vor, sich für eine Übergangszeit auf eine vorläufige Abschlagszahlung zu verständigen. „Diese Vereinbarung hätte keinerlei präjudizierende Wirkung auf die anstehende Entscheidung. Zur Ermittlung des vorläufigen Abschlags sei sowohl ein Losentscheid als auch ein Kompromiss von 1,90 Euro vorstellbar“, so Lanz.

„Die Krankenkassen täuschen Beweglichkeit vor, die sie leider in den Verhandlungen nicht gezeigt haben“, konterte daraufhin der DAV-Vorsitzende Fritz Becker in einer Pressemitteilung. So habe die GKV-Seite nicht einmal die Verhandlungsbasis von 1,75 Euro Rabatt pro Packung akzeptiert, obwohl Koalition und Regierung dies mehrfach gefordert hätten. Auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes würden angezweifelt. Ab Januar 2013 einen Wert von 1,90 Euro anzusetzen, sei daher keine Lösung für die Apotheken, sondern bestenfalls Verzögerungstaktik oder gar ein Ablenkungsmanöver. Ein Losverfahren lehnt Becker ebenso ab: „Auch wenn der GKV-Spitzenverband schon weihnachtlich eingestellt sein mag – das Motto ‚Wir wichteln uns einen Abschlag‘ kommt für uns nicht infrage.“

12.12.12

Quelle: ABDA / GKV

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