Krebs in Deutschland
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) in Lübeck veröffentlichen alle zwei Jahre die Broschüre „Krebs in Deutschland“. Vor wenigen Wochen erschien die 6. Auflage mit Angaben zu den im Zeitraum 1980 bis 2004 aufgetretenen Krebsneuerkrankungen und weiteren aufschlussreichen Zahlen.
Die Krebsregistrierung hat sich in Deutschland aus historischen Gründen unterschiedlich entwickelt. Während sie in den neuen Bundesländern bereits seit 1953 (in Form des ehemaligen Nationalen Krebsregisters der DDR) existiert, begann sie in den alten Bundesländern (mit zwei Ausnahmen: Hamburg 1926, Saarland 1967) bedeutend später (Beispiel Bayern: 1998).
Inzwischen ist jedoch die Erfassung von Krebserkrankungen in allen Bundesländern gesetzlich verankert. Dadurch „wird man dem Ziel einer Deutschland umfassenden, aussagekräftigen und wissenschaftlich nutzbaren bevölkerungsbezogenen Krebsregistrierung einen weiteren Schritt näher kommen“, heißt es in der Broschüre „Krebs in Deutschland“.
Mehr Erkrankungen, weniger Todesfälle
Das Robert-Koch-Institut schätzt auf Basis der Krebsregister-Daten die Zahl aller pro Jahr in Deutschland aufgetretenen Krebsneuerkrankungen. Die aktuelle Schätzung weist für das Jahr 2004 eine Zahl von 436 500 neuen Fällen (Männer: 230 500, Frauen: 206 000) auf. Damit erhöhte sich im Vergleich zur vorangegangenen Schätzung, die auf den Daten bis 2002 beruhte, im Jahr 2004 die Zahl der Krebsneuerkrankungen um etwa 12 000.
Bei Männern ist die häufigste Tumorerkrankung der Prostatakrebs (25 %), bei Frauen Brustkrebs (28 % aller aufgetretenen Krebserkrankungen, siehe Tabelle). Quelle für die Zahl der Todesfälle durch Krebs ist die Amtliche Todesursachenstatistik beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Sie registrierte 208 824 Krebssterbefälle (Männer: 110 745, Frauen: 98 079) im Jahre 2004, bei der vorherigen Erhebung waren es noch rund 209 900.
Dr. Claudia Bruhn, Quelle: Krebs in Deutschland 2003 – 2004. Häufigkeiten und Trends; 6. überarbeitete Auflage, Robert-Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.); Berlin, 2008
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 04/2008 auf Seite 38 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
