Fahruntüchtigkeit: Schlingern auf Rezept

Unzählige Arzneimittel haben einen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit. Ein Hinweis darauf kann bei der Abgabe in der Apotheke buchstäblich lebensrettend sein. Im folgenden Beitrag geht es nicht um die erhöhte Unfallgefahr bei missbräuchlich konsumierten Substanzen, sondern um das Risiko durch „ganz gewöhnliche“ Arzneimittel.

Fahrtüchtigkeit

Ein Blick in den Beipackzettel zeigt, dass fast jedes Medikament sich ungünstig auf das Reaktionsvermögen, die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen und die Teilnahme am Straßenverkehr auswirken kann. Doch wann spielt dieser allgemeine Hinweis tatsächlich eine Rolle?

Einen Überblick über die aktuell relevanten Arzneimittel gab Privatdozent Dr. Stefan Tönnes in einem Telefoninterview Ende Mai 2007. Der Pharmazeut arbeitet als forensischer Toxikologe am Zentrum für Rechtsmedizin in Frankfurt am Main. In dem von Prof. Kauert geleiteten Institut für forensische Toxikologie werden Blut- und Urinproben auf enthaltene Drogen und Arzneimittel untersucht und ihr möglicher Einfluss auf das Fahrverhalten bewertet.

Grundsätzliches

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Zu den theoretisch für eine Verkehrsgefährdung in Frage kommenden Arzneistoffgruppen zählen alle Medikamente mit einem Einfluss auf das ZNS, den Kreislauf und den Blutzuckerspiegel. Sie können zu Nebenwirkungen führen, die einen negativen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit besitzen, wie Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, nachlassende Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmungsstörungen und ähnliche Reaktionen.

Wichtig für die Fahrtüchtigkeit ist daher eine gleichbleibende Wirkstoffkonzentration im Blut (Steady-State), bei der keine der genannten Störungen auftritt. Erst dann kann im Allgemeinen davon ausgegangen werden, dass die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt ist. Das gilt laut Tönnes sogar für Methadon-Substituenten, die sich streng an ihren Therapieplan halten und die definitiv keinen Beigebrauch anderer Substanzen oder von Alkohol betreiben, was aber nach seiner Einschätzung nur bei zehn Prozent der Patienten der Fall sein dürfte.

Petra Schicketanz

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 28 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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