Vampire unserer Zeit
Kopfläuse saugen mit ihren Stechsaugrüsseln mehrmals täglich Blut aus der Kopfhaut. Die Folge: Es juckt, man kratzt, und es bilden sich hochrote Bläschen. Um die Parasiten restlos zu beseitigen, bedarf es mehr als Wasser und Seife. Eine erfolgversprechende Alternative zu herkömmlichen chemischen Mitteln gegen Kopflausbefall sind Silikonöle.
Kopflausbefall (Pediculosis capitis) ist nach banalen Erkältungskrankheiten die häufigste übertragbare Krankheit im Kindesalter. Schätzungen zufolge sind in Europa bis zu 20 Prozent der Kinder im Vorschul- und Schulalter betroffen, Mädchen häufiger als Jungen. Für Deutschland liegen keine Zahlen vor, berichtete Dr. Michaela Gorath, Wissenschaftliche Projektmanagerin bei Pohl-Boskamp, im Mai in Frankfurt. Man vermutet jedoch, dass jedes dritte Kind mindestens einmal in seinem Leben von Läusen befallen wird. Enge zwischenmenschliche Kontakte begünstigen die Verbreitung von Kopfläusen, ebenso wie mangelnde Kooperation der Betroffenen oder eine unzureichende Behandlung.
Der Erreger
Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein stationärer Ektoparasit des Menschen. Das flügellose, ausgewachsen etwa 2,0 bis 3,5 Millimeter große Insekt lebt in der Regel permanent auf seinem Wirt im Kopfhaar. Außerhalb des Wirts überlebt die Kopflaus durch die fehlenden Mahlzeiten bei Zimmertemperatur meist nicht länger als zwei Tage, in Ausnahmefällen drei. Die Kopflaus hat drei Paar mit klauenartigen Fortsätzen versehene Beine. Mit diesen kann sie sich gut an den Haaren festhalten und auch fortbewegen. Mit ihrem Mundwerkzeug sticht sie mehrmals täglich und saugt Blut. Dabei bringt sie Speicheldrüsensekrete in die Wunde ein, die Fremdkörperreaktionen und häufig Juckreiz hervorrufen.
Kirsten Grashoff
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 36 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
